Interkulturelles Lern- und Kompetenzzentrum Sport

Durch strukturelle Defizite und die Abwanderung vieler junger Menschen stehen die ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts vor vielen Herausforderungen. Die Zuwanderung vieler Geflüchteter erhöht den Druck, der bereits auf der Bevölkerung lastet. Durch die neue Situation und wenig Erfahrung im Umgang mit Geflüchteten schlägt Zurückhaltung teilweise in Ablehnung über. Um dem entgegenzuwirken, widmet sich der Ju-Jitsu Verband Sachsen-Anhalt bereits seit langer Zeit dem Thema Integration und öffnet auch Geflüchteten und Migrant_innen die Türen zum Kampfsport.

Der Verband legt viel Wert auf gemeinsames Trainieren sowie Erfolge und Motivation in einer von Respekt, Toleranz und Wertschätzung geprägten Atmosphäre zu schaffen. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft e.V. und dem Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V. führt der Ju-Jitsu Sachsen-Anhalt e.V. nun das zweijährige Projekt Interkulturelles Lern- und Kompetenzzentrum Sport durch. Das Projekt strebt die Ausbildung von Integrationslots_innen und die Integration von Migrant_innen und Geflüchteten in die organisatorischen Strukturen der Vereine an. Außerdem soll eine Lernplattform gestaltet werden, auf die alle Vereine zurückgreifen können.

Die Workshops zur Ausbildung der Integrationslots_innen umfassen Trainingseinheiten zur interkulturellen Kompetenz, zu rechtlichen und politischen Fragen und zu Konfliktmanagement und Mediation. Die Workshops sind auf die praktische Anwendung der erlernten Inhalte im Kampfsport Training konzipiert, wobei auch Ju-Jitsu- und Sporteinheiten geplant sind. Nach Teilnahme an den Workshops sollen die neuen Integrationslots_innen eine gewisse Ambiguitätstoleranz entwickeln und ihre neu erlernten Kompetenzen im Training anwenden können. Im Laufe der Workshops soll eine Lernplattform in Form einer Internetseite erarbeitet werden, auf der nützliches Informationsmaterial geteilt werden kann. Auch Handlungsanweisungen oder Strategien, beispielsweise im Umgang mit Vereinsmitgliedern, die sich rassistisch äußern, sollen dort Platz finden.

Schließlich sollen im Zuge der Workshops und im Sinne der Nachhaltigkeit Geflüchtete und Migrant_innen als neue Mitglieder für den Ju-Jitsu Verband akquiriert und in die Vereinsstrukturen integriert werden. Durch das Projekt sollen die Integrationslots_innen die neu gewonnenen Mitglieder für das Training motivieren, gemeinsam mit ihnen trainieren und den kompetenten und konstruktiven Umgang mit mehrdeutigen Situationen lernen.

Gefördert durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“

Die Projektpartner