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Bericht Integrationslotsenausbildung, Zeitz, 19.02.2018

Interkulturelle Kompetenz, Konflikt- und Kommunikationstraining, Mediation, Umgang mit Diskriminierung, Selbstfürsorge in der ehrenamtlichen Tätigkeit – mit diesen und weiteren Themen setzten sich die angehenden Integrationslotsinnen und Integrationslotsen am Wochenende vom 17. und 18. Februar intensiv auseinander. Den Teilnehmenden wurde an diesem zweiten Ausbildungsdatum die Möglichkeit der Selbstreflektion gegeben, sich mit dem Ehrenamt und der dabei dringend notwendigen Selbstfürsorge zu beschäftigen. Sie wurden angeregt, ihr eigenes Engagement zu hinterfragen, zu schildern was das Ehrenamt für jeden einzelnen bedeutet und warum er/sie einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgeht. Herr Mamad Mohamad des LAMSA e.V. stellte zunächst mögliche Herausforderungen des Ehrenamts, wie Termindruck oder Mehrfachbelastung,  dar und wandelte diese anschließend in einen angeregten Austausch unter den „Auszubildenden“. „Man möchte dem Verein etwas zurückgeben“, hieß es von einem jungen Ehrenamtlichen. Er verwies dabei vor allem, auf die Unterstützung, Solidarität und Ausbildung, die ihm sein Sportverein in den letzten Jahren ermöglicht hatte. Daher sehe er es fast als Selbstverständlichkeit, die eigene Freizeit in kleinere und größere vereinsbezogene Aufgaben umzuwandeln. Ein anderer Teilnehmer nehme seine Energie daher, dass er sieht, wie im Verein und in der Gruppe Werte und Normen vermittelt werden können. Vor allem Jugendliche bleiben so „auf der rechten Bahn“ und bekommen Zukunftschancen aufgezeigt. Ein starkes Gemeinschaftsgefühl sei dabei selbstverständlich und für alle Mitglieder sehr wertvoll. Doch trotz aller Einsatzbereitschaft „muss man sich das Ehrenamt auch zeitlich leisten können“, so Herr Mohamad. Er ermutigte die Teilnehmenden auf Anzeichen von Überlastung, wie Ruhe- und Rastlosigkeit oder starke Anspannung, zu reagieren bzw. diese von Anfang an zu vermeiden. Durch ratsame Methoden, wie „Ein Date mit mir“, wurde den angehenden Lotsinnen und Lotsen vermittelt, inwieweit sie auf sich selbst achten und sich gleichzeitig möglichst bewusst und ausgewogen engagieren können.

Dass ein erhöhtes Stresspensum oder Überforderung mit der eigenen Aufgabe auch zu Konflikten und gruppenbezogenen Problemen führen können, machten Margarethe Germ und Harald Berndt der Kanzlei für Konfliktmanagement & Mediation deutlich. Die sehr praktischen Workshopeinheiten lockten alle Teilnehmenden aus ihrer Komfortzone und erzeugten eine sehr interaktive und offene Arbeitsatmosphäre. Konflikte zu erkennen, verstehen und zu bewältigen sahen alle TeilnehmerInnen als Aufgaben in ihrer baldigen Rolle der IntegrationslotsIn. Doch welche Strategie ist dafür am gewinnbringendsten? Da Streitigkeiten oft nicht nur im Privaten entstehen, sondern Teil unseres Alltags, wie des Berufs, des Freundeskreises und des Vereins sind, gilt es besonders sensibel darauf zu achten. Geschieht dies, kann ein Konflikt auch als Basis für Verständnis und Versöhnung gesehen werden. Schnell wurde klar, dass jede Person unterschiedliche Bedürfnisse und Werte hat. Jeder Mensch erbaut sich im Laufe seines Lebens ein Traumhaus, mit eigenen Vorstellungen und Wünschen, welches die Ehrenamtlichen bei einer Aktivität erarbeiteten. In diesem Zusammenhang wurden Möglichkeiten aufgezeigt, die bestenfalls dahin führen, dass ein Konflikt für alle Beteiligten respektvoll und kompromissvoll gelöst werden könne, ohne zu viel von seinem Traumhaus aufgeben zu müssen. Besonders spannend für die Ausbildung zum IntergationslotsIn im Sport waren die anschließenden Diskussionen über interkulturelle Unstimmigkeiten im Verein. Das Vermitteln eines Mediators kann, auch im interkulturellen Kontext, Rahmenbedingungen schaffen, die Konflikte zu lösen und einen breiten, fairen Konsens zu finden, ungeachtet aller persönlicher, kultureller, sprachlicher oder sportlicher Differenzen.

Die Urkundenverleihung durch den Präsidenten des Ju-Jutsu Verband Sachsen-Anhalt e.V. Silvio Klawonn sowie durch Projektleiter Sebastian Rösner der Deutschen Gesellschaft e.V. rundeten das informative Ausbildungswochenende ab. Gleichzeitig führte es zu einem konstruktiven Blick in die Zukunft, der die neu ausgebildeten Integrationslotsinnen und Integrationslotsen weiterhin fördern und in ihrer Arbeit im Verein unterstützen soll.

19. Februar 2018
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