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Vortrag von Andreas Speit „Rechtspopulismus in Deutschland – Aktuelle Trends und Entwicklungen“, Zeitz, 25.11.2017

Der taz-Redakteur Andreas Speit beschäftigt sich seit langem mit den „sozialen Bewegungen von rechts“ und schreibt seit 2005 die Kolumne „Der rechte Rand“. Im Rahmen der Integrationslotsenausbildung in Zeitz hat er am 25. November 2017 einen Vortrag zu dem Thema „Rechtspopulismus in Deutschland – Aktuelle Trends und Entwicklungen“ gehalten. Die Ausbildung ist Teil des „Interkulturellen Lern- und Kompetenzzentrum Sport“, welches vom Landesverband Ju-Jitsu Sachsen-Anhalt und der Deutschen Gesellschaft e. V. in Kooperation mit dem Kurdistan Kultur- und Hilfsverein durchgeführt wird. Der Beitrag von Herrn Speit war ein wichtiger Bestandteil der Qualifizierung, da ein besseres Verständnis der rechten Szene eine angemessene Reaktion auf populistische Äußerungen ermöglicht. An dem Vortrag nahmen neben den TrainerInnen auch weitere interessierte BürgerInnen teil.

Der Titel von Speits Präsentation war „Bürgerliche Scharfmacher – Deutschlands neue rechte Mitte“. Direkt zu Beginn machte der Journalist deutlich, dass die rechten Bewegungen für ihn eine wachsende Bedrohung darstellen, da sie mit der AfD nun ein parteipolitisches Zentrum haben. Dadurch bekäme die Entwicklung eine neue Qualität, die laut Speit nicht zu unterschätzen sei. Insbesondere die mediale Beschleunigung durch die sozialen Medien würde zu einer größeren Reichweite beitragen. Einige dieser Beiträge aus dem Internet und dem rechtspopulistischen Magazin „Compact“ zeigte der Referent auch im weiteren Verlauf des Vortrags, um damit seine Thesen zu untermauern.

Ein zentrales Ergebnis der jahrelangen Auseinandersetzung mit den rechten Milieus sei die Beobachtung, dass die Abgrenzungstendenzen innerhalb der Szene zu sinken scheinen. Beispielsweise zeigen sich heute Mitglieder und Spitzenpersonal der AfD offen mit Initiativen der „Neuen Rechten“, wie der Identitären Bewegung, Mitgliedern der NPD oder ehemaligen Rechtsrockmusikern. Ein solcher Zusammenschluss sei erst durch das Erstarken der Rechtspopulisten möglich, da man sich nicht länger vorschreiben lassen wolle, mit wem man zusammenarbeitet. Dieser Zulauf wurde besonders durch die Wählerwanderungen bei der Bundestagswahl sehr deutlich.

In diesem Zusammenhang warnte Speit explizit davor, die AfD zu unterschätzen. Sie sei entgegen der geläufigen Annahmen keine Ein-Professoren- oder Ein-Themen-Partei. Besonders schwierig sei auch die journalistische Berichterstattung über Aktivitäten der AfD, da diese bewusst zur politischen Inkorrektheit aufrufe, wie aus parteiinternen Dokumenten hervorgehe.

Nach dem Vortrag von Herrn Speit entstand eine rege Diskussion mit den BürgerInnen aus dem Plenum, in dem alle gesellschaftlichen Positionen vertreten waren.

12. Dezember 2017
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